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Pflegebedürftigkeit

Nach dem Gesetz ist pflegebedürftig, wer aufgrund einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens auf Dauer, d. h. für voraussichtlich mindestens sechs Monate, in erheblichem oder höherem Maße fremder Hilfe bedarf.

Pflegebedürftige können Leistungen aus der Pflegeversicherung nur dann erhalten, wenn sie in den letzten zehn Jahren vor der Antragstellung wenigstens fünf Jahre selbst oder als Angehöriger eines Mitglieds bei der Pflegeversicherung versichert waren. Nachdem die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen geprüft wurden, leitet die Pflegekasse den Antrag auf Pflegeleistungen an den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) weiter.

Der MDK vereinbart mit dem Antragsteller/der Antragstellerin einen Termin für die Begutachtung im Rahmen eines Hausbesuches. Die Begutachtung der Pflegebedürftigen erfolgt durch Ärzte oder Pflegefachkräfte des MDK auf der Grundlage des SGB XI und der Pflegebedürftigkeits-Begutachtungsrichtlinien. Im Rahmen der Begutachtung stellt der MDK den Hilfebedarf sowie den Grad der Selbstständigkeit des Antragsstellers fest.
Das Ergebnis der Begutachtung teilt der MDK der Pflegekasse mit. Diese entscheidet auf Grundlage des Gutachtens über den zuzuteilenden Pflegegrad. Die Entscheidung über die Zuteilung des Pflegegrades erhält der Antragsteller schriftlich durch die Pflegekasse.

Die fünf Pflegegrade in der Übersicht

Um den Grad der Pflegebedürftigkeit zu ermitteln, konzentriert sich der Gutachter im Rahmen des Vor-Ort Termins auf sechs Bereiche des täglichen Lebens. Die vorhandenen Fähigkeiten in den Modulen Mobilität, Kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, Bewältigung und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen, Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte wird während des Gesprächs getestet und mit Punkten bewertet. Anhand der ermittelten Gesamtpunktzahl wird dann der entsprechende Pflegegrad zugeteilt.

Pflegegrad 1 (12,5 bis unter 27 Punkte)
Es besteht eine geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit.

Pflegegrad 2 (27 bis unter 47,5 Punkte)
Eine erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit liegt vor.

Pflegegrad 3 (47,5 bis unter 70 Punkte)
Eine schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit besteht.

Pflegegrad 4 (70 bis unter 90 Punkte)
Es liegen schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit vor.

Pflegegrad 5 (90 bis 100 Punkte)
Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit einer besonderen Anforderung an die pflegerische Versorgung bestehen.

Höhe der Geldleistungen

Die Höhe der Geldleistungen differiert je Pflegegrad, und richtet sich danach ob die Pflege in der Häuslichkeit oder in einer vollstationären Pflegeeinrichtung erbracht wird.

Unabhängig von der Art der Versorgung (in der Häuslichkeit oder stationär) erhält der Pflegebedürftige im Pflegegrad 1 eine Kostenerstattung von bis zu 125,00 Euro.

Wird die Pflege in der Häuslichkeit durch eine private Pflegeperson (Angehörige, Bekannte) erbracht, stehen monatlich folgende Leistungssätze zur Verfügung:

  • Pflegegrad 2: 316,00 Euro
  • Pflegegrad 3: 545,00 Euro
  • Pflegegrad 4: 728,00 Euro
  • Pflegegrad 5: 901,00 Euro

Wird die Versorgung in der Häuslichkeit durch einen ambulanten Pflegedienst erbracht besteht ein monatlicher Anspruch auf diese Sachleistungssätze:
  • Pflegegrad 2:    689,00 Euro
  • Pflegegrad 3: 1.298,00 Euro
  • Pflegegrad 4: 1.612,00 Euro
  • Pflegegrad 5: 1.995,00 Euro

Entscheiden sich die Angehörigen oder die pflegebedürftige Person für die Form der stationären Pflege, so stehen monatlich nachfolgende Geldleistungen zur Verfügung:
  • Pflegegrad 2:    770,00 Euro
  • Pflegegrad 3: 1.262,00 Euro
  • Pflegegrad 4: 1.775,00 Euro
  • Pflegegrad 5: 2.005,00 Euro

Jeder Bewohner eines Pflegeheimes der in den Pflegegraden 2-5 eingestuft ist zahlt den gleichen durchschnittlichen Eigenanteil in Höhe von etwa 580,00 Euro. Hinzugerechnet werden dann noch der Eigenanteile für die Unterkunft, die Verpflegung sowie die anteiligen Investitionskosten. Bei dem genannten Wert handelt es sich um einen geschätzten Durchschnitt der von Einrichtung zu Einrichtung anders sein kann.
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